5 Fragen an Stefan Karl Schmid

5 Fragen an Stefan Karl Schmid

Stefan Karl Schmid (Copyright: Patrick Essex 2020)

Viele Interessante Dinge passieren in kurzer Zeit bei Stefan Karl Schmid. Seit Oktober 2020 ist er Professor für Jazz-Saxophon an der Musikhochschule in Mannheim. Im Februar 2021 erscheint sein neues Album Muse.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast die folgenden 5 Fragen zu beantworten.

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Was macht für dich interessanten aktuellen Jazz aus?

Mich persönlich interessiert Musik, die mit Liebe zum Detail kreiert ist und den Anspruch hat, eine tiefere Aussage zu vermitteln. Diese kann auf verschiedenen Ebenen getroffen werden. Manchmal ist es ein besonderer Klang, manchmal eine Melodie, Akkordfolge oder schlicht ein Gefühl, das emotionale Reaktionen in mir auslöst und meine Gedanken anregt. Welchem Genre die Musik angehört und welcher Zeit sie entsprungen ist, spielt dabei nur eine ganz untergeordnete Rolle.

Es gibt unzählige Baustellen an denen man als Jazzmusiker arbeiten kann. Wie entscheidet man, was gerade das wichtigste Thema ist und wann weiß man, dass man es gut genug bearbeitet hat um sich dem nächsten zu widmen?

Das sind sehr spannende Fragen, die mir auch im Unterricht an der Musikhochschule oft gestellt werden. Eine eindeutige, allgemeingültige Antwort darauf gibt es leider nicht. Was einen wie und in welchem Umfang weiterbringt, ist immer kontextabhängig und individuell sehr unterschiedlich. Ich empfehle deshalb das Pferd von hinten aufzuzäumen und sich zuerst zu fragen, wo die Reise denn hingehen soll und welche konkreten Ziele man erreichen möchte. Kann man dies eingrenzen und benennen, fromt sich leichter der passende Weg.

Welches Solo Transkriptionen sollte man als Saxophonist spielen können und warum?

Das Anfertigen von Transkriptionen ist meiner Meinung nach ein großartiges und über die gesamte Jazzgeschichte hinweg essentielles Vehikel zum Erlernen der (Jazz-)Improvisations-Sprache. Es gehört für mich zur „Daily-Routine“ mich in der ein oder anderen Form mit Transkriptionen zu beschäftigen und mit jedem neuen Solo habe ich das Gefühl eine weitere Facette dieser endlos, reichen Jazz-Sprache kennenzulernen. Die Fülle an großartigen Saxophonistinnen und Saxophonisten macht es unmöglich sich auf einige wenige, essentielle Soli festzulegen. Ich wähle einfach das aus, was mich anspricht und mein Interesse weckt (siehe Frage 1) und lege los. 

Gerne verrate ich aber die ersten drei Soli, die ich transkribiert habe, zu Beginn meines Studiums: Sonny Rollins – Blue Seven (Saxophone Colossus), Stan Getz – Night & Day (People Time), Rich Perry – You don’t know what love is (What is this?)

Wie wichtig ist die Interaktion in einer Jazzband (und wie kann man Sie üben)?

Das kann ich kurz und knapp beantworten: Essentiell! – Spielen, spielen, spielen!

Was sind deine handwerklichen und künstlerischen Schwerpunkte beim Unterrichten?

Die Schwerpunkte an denen ich im Unterricht arbeite, orientieren sich immer an den Individuen, die in diesem Moment vor mir stehen und deren Bedürfnissen bzw. Wünschen. Ich schöpfe dabei natürlich aus einem reichhaltigen Fundus an Übungen und Konzepten, die mir in meiner bisherigen Laufbahn selbst zugetragen wurden oder die ich mir erarbeitet habe. Das Schöne ist, dass sich dies in stetem Wandel befindet und immer wieder neue Dinge hinzukommen oder an älteren Konzepten gefeilt und geschmirgelt wird. Daran haben meine Studierenden in den letzten Jahren auch sehr großen Anteil genommen, sodass ich mir sicher bin von ihnen mindestens genauso viel zu lernen wie sie hoffentlich von mir.

Infos über Stefan Karl Schmid gibt es auf seiner Webseite:

http://www.stefankarlschmid.net/

Oder auf der Seite der Musikhochschule Mannheim

https://www.muho-mannheim.de/frame.php?path=/personal/index.htm

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